Die Plastische und
Rekonstruktive Chirurgie gehört zu den ältesten Fachbereichen der Medizin.
Bereits im 7. Jahrhundert vor Christus wurde in Indien die Wiederherstellung der
Nase durch eine lokale Lappenplastik von der Stirn beschrieben. Diese Technik
wird auch heute noch angewandt. 1597 beschrieb der Italiener
Gaspare Tagliacozzi in seinem Buch - De curtorum chirurgica - die Wiederherstellung
der Nase durch einen gestielten Fernlappen vom Oberarm. In
Deutschland sind Pioniere der Plastischen Chirurgie Carl Ferdinand von Graefe,
Johann Friedrich Dieffenbach, Jacques Joseph und der berühmte Erich Lexer. Nach
dem 2. Weltkrieg setzte eine stürmische Entwicklung ausgehend von den angloamerikanischen
Ländern ein. Eine wesentliche Neuerung stellte die Einführung der Mikrochirurgie
in den 1960er Jahren dar. Dadurch wurden die Naht feinster Blutgefässe und
Nerven und die Verpflanzung von Gewebe mit Blutgefäßanschluss in entfernte
Körperregionen möglich. Die Plastische
Chirurgie umfasst die Prävention, Erkennung und die Wiederherstellung und
Verbesserung angeborener oder durch Krankheit, Degeneration, Tumor, Unfall oder
Alter verursachter, sichtbar gestörter Körperfunktionen und der Körperform
bei beiden Geschlechtern durch operative und konservative Behandlungsmaßnahmen
in den verschieden Lebensaltern. Im Gegensatz zu
anderen Fachgebieten ist die Plastische Chirurgie nicht organorientiert, sondern
methodenorientiert. Es werden die speziellen Behandlungsmethoden am ganzen Körper
und nicht nur in speziellen Körperregionen angewandt. Die
Plastische Chirurgie wird von 4 Säulen getragen: Mikrochirurgie, Laserchirurgie
und Endoskopie sind methodische Besonderheiten, die in allen Bereichen eingesetzt
werden. Methodisch ergänzen sich die vier Säulen und bilden das Gesamtgebäude
der Plastischen Chirurgie. |